Unsere Tipps

Regelmäßige Augenuntersuchungen sind mit fortschreitendem Alter besonders wichtig.

Typischerweise bemerkt jeder normalsichtige Mensch ab ca. dem 40. Lebensjahr das Phänomen der Naheinstellung als aktiven Vorgang des Auges (Alterssichtigkeit, Presbyopie). Sie sollten für die Gesundheit ihrer Augen alle ein bis zwei Jahre die Augen beim Augenarzt überprüfen lassen, insbesondere wenn Sie Brillen- oder Kontaktlinsenträger sind, ab 60 Jahren, jedes Jahr. Die erste Augenuntersuchung beim Baby sollte durch den Augenarzt mit Vollendung des 1.Lebensjahres durchführt werden, insbesondere wenn in der Familie Fehlsichtigkeiten bekannt sind. Nur er ist in der Lage bei einem Kind, das noch keine subjektiven Angaben macht, durch Brechkraftmessungen Angaben über die Sehfähigkeit der Augen zu machen. Kinderärzte brauchen die Kooperation des untersuchten Kindes, welches erst im dritten Lebensjahr möglich ist. Eine bestehende Schwachsichtigkeit (Amblyopie) ist dann in der Regel schon weit fortgeschritten und bedarf erhöhter Zuwendung bei der Therapie.

Schwangerschaft und Augenlaserbehandlungen

Während der Schwangerschaft kommt es zu starken Veränderungen des Wasserhaushaltes. So auch im Auge.
Das Auge ist als flüssiges Hohlorgan anzusehen und hat einen überdurchschnittlich hohen Wassergehalt. Bei entsprechend veranlagten Frauen können Veränderungen auftreten, die als dramatisch empfunden werden.
Veränderungen oder Schwankungen der Sehschärfe merken bis zu 14 % der Frauen, was durch die Zunahme der Hornhautdicke und somit einer Veränderung der Hornhautkrümmung bedingt ist.

Bis zu 30 % der schwangeren Frauen beobachten eine zunehmende Unverträglichkeit der vorher gut verträglichen Kontaktlinsen.

Während der Stillzeit z.B. bei nächtlichen Versorgungsgängen bietet die Brille einen entscheidenden Vorteil und somit wird das Tragen der Kontaktlinsen immer seltener.

Auch wird vermutet, dass die Zunahme der Kurzsichtigkeit mit der Wasseraufnahme der Linse zusammenhängt.
Eine Zunahme um -1,25dpt und die eingeschränkte Fähigkeit die Augen scharf zu stellen, ist nicht ungewöhnlich, wie ein verringerter Augeninnendruck.

Aufgrund genannter Umstände bzw. Veränderung der Augen sollte mit Beginn der Schwangerschaft bis zu einem Jahr nach der Schwangerschaft keine Augenlaserbehandlung durchgeführt werden.

Die Gabe der meisten Augentropfen ist unproblematisch. Auch Medikamente zur Untersuchung der Augen, da die Wirkung dieser Augentropfen nicht relevant ist bzw. vernachlässigbar ist.

Bei Frauen, die einmal bereits entbunden haben ist die Planung einer Augenlaserbehandlung wesentlich unproblematischer, da der sogenannte Ausreifungszustand bereits erreicht worden ist und mit erneuten Veränderungen der Augen während einer Schwangerschaft nicht mehr gerechnet werden muss bzw. nicht im gleichen Umfang.

Unser Tipp für Frauen, die bald Mutter werden wollen:
Sollten Sie die nächste Zeit über Familienzuwachs nachdenken, so sprechen Sie bitte mit Ihrem Augenlaserchirurgen darüber, bevor eine Augenlaserbehandlung durchgeführt wird. Die meisten der genannten Veränderungen am Auge während der Schwangerschaft sind harmlos und bilden sich in der Regel nach dem Abstillen zurück.

Besonderheiten des Sehens mit Sehhilfe

Die Brille ermöglicht in der Regel einen guten optischen Ausgleich für die meisten Brechungsfehler der Augen. Aufgrund des Abstandes der Brillengläser von den Augen und infolge der Blickwendungen hinter den Brillengläsern treten jedoch neben der Korrektur des Brechungsfehlers einige optische Phänomene auf, auf die sich der Patient einstellen sollte, bevor er den Wechsel von der Brille zur Kontaktlinse oder zu einer Brechkraft verändernden Operation betreibt.

Beim Wechsel von Brillenversorgung zur Kontaktlinse oder LASIK-Operation wird der Wegfall dieser Phänomene in der Regel als angenehm empfunden. Dies ist auch der Grund, warum trotz unveränderter Sehschärfe das Sehen nach einer LASIK-Operation wie auch bei der Kontaktlinsenanpassung in der Regel, als subjektiv besser eingestuft wird. Im Einzelfall können jedoch durch den Wechsel von Brille auf Kontaktlinse bzw. LASIK-Korrektur, Probleme auftreten, die besonders vor einer Korrektur mittels LASIK-Operation besprochen werden sollten.

Das optische System Brille und der zur Korrektur vorgesehene Brechkraftfehler des Auges kann vereinfacht als ein Fernrohr, bestehend aus zwei Linsenkombinationen betrachtet werden, wie es schon von Galileo Galilei eingesetzt wurde.

Daher kommt es im Falle einer Brillenkorrektur bei einem Weitsichtigen zu der Wahrnehmung einer Bildvergrößerung, beim Kurzsichtigen jedoch zu einer Bildverkleinerung. Umgekehrt, beim Ersatz der Brille durch eine Kontaktlinse oder LASIK-Operation nimmt der Kurzsichtige eine Bildvergrößerung und damit Steigerung der Sehschärfe wahr, während der Weitsichtige danach eine Verkleinerung und damit Verschlechterung der Sehschärfe wahrzunehmen glaubt. Bei der Korrektur einer starken Weitsichtigkeit kann dies durchaus den Verlust von einer Sehschärfe von 10-20 % bedeuten. Umgekehrt kann die Steigerung der Sehschärfe bei einem sehr kurzsichtigen Patienten durch die Vergrößerung des Bildmaßstabes eine deutliche Steigerung der Sehschärfe über alles hinaus erreicht werden, was mit Brillenkorrektur möglich war.

Der stark Weitsichtige wird den Übergang zur Bildverkleinerung nach LASIK-Operation oder Kontaktlinsenkorrektur in der Regel verschmerzen, da er gleichzeitig eine deutliche Verbesserung des Gesichtsfeldes wahrnimmt. Bekanntlich kommt es beim sehr Weitsichtigen durch die prismatische Nebenwirkung und der damit verbundenen Herausstreuung von Licht bei dicken Brillengläsern zu einer Verdunkelung des mittelperipheren Gesichtsfeldes.
Bei einer perfekt zentrierten LASIK-Operation der gut sitzenden Kontaktlinsenversorgung wird in der Regel in allen Blickrichtungen annähernd durch den optischen Mittelpunkt geschaut, weshalb dieser Gesichtsfeldverlust dadurch beseitigt wird. Der Wegfall der unterschiedlichen Bildmaßstäbe bei stark seitenverschiedenen Brechkraftfehlern beider Augen (Anisometropie) erklärt auch die Tatsache, dass durch Kontaktlinsenversorgung oder LASIK-Operation dieser Brechkraftunterschied beider Augen wesentlich besser ausgeglichen werden kann. Dieser Umstand veranlasst das Bundesfinanzgericht, die Kosten der Kontaktlinse oder LASIK-Operation als Sonderausgaben anzuerkennen, da es sich hier um eine echte medizinische Dringlichkeit handeln kann und nicht um eine Schönheitsoperation.


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